Assitive Technologien – Die Kommunikation des Stephen Hawking

Stephen Hawking ist einer der größten Physiker unserer Zeit. Der an amyotropher Lateralsklerose erkrankte Hawking kann seit einer Lungenentzündung 1985 nicht mehr sprechen. Damit er seine genialen Ideen mitteilen kann, ist er auf einen speziell auf ihn angepassten Computer angewiesen, der es ihm ermöglicht trotzdem mit seinem Umfeld zu kommunizieren. Seine Geschichte ist das perfekte Beispiel für ideal eingesetzte assitive Technologie.

Stephen Hawking leidet unter Amyotropher Lateralsklerose (kurz: ALS).  Bei dieser Krankheit degenerieren die Nervenverbindungen zu Muskeln nach und nach, so dass Betroffene mit der Zeit ihre motorischen Fähigkeiten verlieren.  Seit dem Jahr 1968 ist der Astrophysiker auf einen Rollstuhl angewiesen.  Im Jahr 1985 erlitt Hawking bei einer Reise nach Genf eine Lungenentzündung und kann seit der daraus notwendigen Tracheostomie nicht mehr sprechen. Zunächst verständigte er sich mit einer einfachen Buchstabentafel,  bei der er mit Augenbrauenzucken den gewünschten Buchstaben signalisierte.

Auf diese wenig komplizierte Methodik folgte relativ bald das erste computerbasierte Kommunikationsmittel für Hawking.  Dieses auf einem Apple  II laufende System, ermöglichte es ihm lediglich 15 Wörter pro Minute zu sprechen.  Zunächst verwendete er noch seine Daumen zur Auswahl der Buchstaben, wechselte jedoch 2008 auf einen „Wangenschalter“, da seine Daumenmuskulatur zunehmend degenerierte.  Seit 1997 wird Hawkings elektronisches Helferlein von Intel gesponsert.

Bildquelle: http://i.huffpost.com/gen/1128889/images/o-STEPHEN-HAWKING-facebook.jpg

Der Tablet Computer, der auf der Armlehne des Rollstuhls angebracht ist, wird durch die Rollstuhlbatterien betrieben. Das ACAT – Interface (Assitive Context-Aware Toolkit) zeigt eine Tastatur auf dem Bildschirm über die sich stetig ein Cursor bewegt.  Mit einem Zucken der Wange stoppt der Physiker den Cursor und wählt so einen Buchstaben aus.  Dieses Zucken wird mit Hilfe eines Infrarotsensors auf seiner Brille erfasst. 

Da das manuelle Tippen eines jeden Wortes zeitlich sehr ineffektiv ist, wird ein Wortvorhersage-Algorithmus angewandt, wie man ihn von Smartphones kennt.  Im Falle von Stephen Hawking wird dieser von SwiftKey bereitgestellt und mit den Worten aus Hawkings Büchern und Vorlesungen gespeist. Damit kann Hawking laut eigenen Angaben schon nach der Eingabe von wenigen Charakteren ein Wort auswählen.  Die ausgewählten Worte werden dann mit Hilfe eines Speech Synthesizers ausgegeben und verleihen ihm die ikonische Stimme. Diese wurde übrigens 1988 von Dennis Klatt, einem MIT Ingenieur, entwickelt.

Hawking kann seinen Computer auch anderweitig verwenden. So ist es ihm möglich die Maus seines Computers zu kontrollieren und damit im Internet zu surfen, Emails zu checken und Dokumente zu erstellen.  Auch seine Bücher und Vorträge kann er auf diese Weise schreiben und – durch eine eingebaute Webcam – skypen.

Hawking sagt zwar, dass er auch andere assitive Technologien wie Eye Tracking oder Brain Computer Interfaces als Kommunikationsform ausprobiert habe, jedoch sei ihm sein Wangenschalter am Liebsten.  Dieser sei leichter zu verwenden und weniger anstrengend.  Hawking ist das perfekte Beispiel dafür, wie assistive Technologien das Leben eines Menschen in positiver Form grundlegend verändern können.  Hawking schrieb zahlreiche Bücher und hält immer noch zahlreiche Vorträge, was ohne seinen Computer mit der eigens angepassten Software nicht möglich wäre.

 

www.hawking.org.uk/the-computer.html

www.wired.com/2015/01/intel-gave-stephen-hawking-voice/

 

 

Lukas Spreitzer