ELEKTROAKUPUNKTUR – EINE ZUKUNFTSTRÄCHTIGE ALTERNATIVE IN DER SCHMERZTHERAPIE

Die herkömmliche Methode zur Reduktion von postoperativem oder chronischem Schmerz ist der Einsatz von Analgetika. Diese können teilweise erhebliche Nebenwirkungen mit sich ziehen. Eine alternative Form der Schmerzbehandlung ist die elektrische Stimulation bestimmter Körper- oder Ohrregion. Diese kann zur Reduktion von Schmerzmitteldosen führen und überzeugt durch minimales Auftreten von Nebenwirkungen. 

Rund 1.200.000 Personen werden in Österreich jährlich operativ behandelt. Eine  Zahl, die pro Jahr um durchschnittlich 0,5% steigt. Postoperativ kommt es durch den chirurgischen Eingriff (Intervention) zu Wundschmerzen, die zu den größten Ängsten unter Patienten gerechnet werden. Diese Sorge ist nicht unberechtigt:  80% der Behandelten beschreiben ihre Schmerzen nach einer Operation als moderat bis stark. Im klinischen Standard werden hauptsächlich opioide und nicht-opioide Analgetika zur Behandlung von sowohl postoperativen, als auch chronischen Schmerzen verwendet.

In den USA sterben immer mehr Menschen an den Folgen einer Schmerzmittelüberdosis

Eine medikamentöse Schmerztherapie ist zwar in den meisten Fällen zielführend, bringt allerdings auch ein breites Spektrum an ungewollten Nebenwirkungen mit sich. Diese Nebenwirkungen können von Übelkeit und Erbrechen über Herzrhythmusstörungen und Atemdepression bis hin zu Nierenerkrankungen führen. Oxycodon – ein stark wirkendes Opioid, das besonders in den USA zur Schmerzbehandlung eingesetzt wird – sorgte in den letzten Jahren häufig für Schlagzeilen. Weil es schnell zu einer starken Abhängigkeit führt, kann es nicht als optimales Schmerzmedikament gelten. Eine Infografik aus dem Jahr 2013 gibt Aufschluss über die Bedeutung von Schmerzmittelmissbrauch. Aus ihr geht hervor, dass die Anzahl der durch Schmerzmittelüberdosis hervorgerufenen Tode jene durch Heroin- und Kokainmissbrauch überschreitet. Aufgrund dieser bedenklichen Fakten wächst die Anfrage nach alternativen, wissenschaftlich fundierten Behandlungsmöglichkeiten. Sie finden besonders in jenen Bereichen Anklang, in denen Patienten zu einer dauerhaften Medikamenteneinnahme gezwungen wären. Sie finden besonders im Bereich der chronischen Schmerzen – die zu einer dauerhaften Medikamenteneinnahme zwingen würden – Anklang.

Durch Überdosis verursachte Tode in den USA ziwschen 1999 und 2013. Quelle: http://www.businessinsider.com

Inzwischen konnte die Wirksamkeit der Akupunktur klinisch nachgewiesen werden

Grundlage alternativer Schmerzbehandlung ist in den meisten Fällen die Stimulation ausgewählter Punkte des menschlichen Körpers. Dabei berufen sich Forscher oftmals auf Akupunkturpunkte der traditionellen chinesischen Medizin. Die Akupunktur als Heilverfahren stößt heutzutage noch häufig auf Skepsis, obwohl kontrollierte klinische Studien eine nachweisbare Wirkung belegen konnten. Es gilt die Vermutung, dass effektive Akupunkturpunkte vermehrt an Hauptnervenbahnen anliegen. Durch die Stimulation von eben diesen Hauptnervenbahnen kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von endogenen Opioiden, die einen erheblichen Teil in der körpereigenen Schmerzhemmung tragen.

In Österreich wird das Stimulationsgerät P-STIMTM zur Schmerzreduktion eingesetzt

Durch eine zusätzliche elektrische Stimulation kann dieser Effekt verstärkt werden. Dabei werden über die eingesetzten Nadeln niederfrequente elektrische Impulse abgegeben. Der Nutzen verschiedener Frequenzen kann dabei auch die Wirkungsweise beeinflussen. Ebenso wie die Stimulation von Körperpunkten, können aurikuläre Reflexpunkte  (Zusammenschluss von Nervenbahnen am äußeren Ohr) zur Schmerzbehandlung genutzt werden. Dies ist besonders bei der Therapie von chronischen Schmerzen sinnvoll, da Patienten an höherer Mobilität gewinnen. In Österreich wird dabei besonders das Punktualstimulationsgerät P-STIMTM eingesetzt. Diese sendet eigenständig elektrische Impulse über Titannadeln an periphere Nervenenden und trägt dadurch zur Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen bei.

Elektroakupunktur führt zur Verminderung der Schmerzmitteldosen

Die Elektrostimulation bestimmter Körperpunkte wird heutzutage meist als Zusatz zu herkömmlichen Analgetika eingesetzt. Dabei konnte sie zu einer teilweise erheblichen Reduktion der Schmerzmitteldosen und den damit verbundenen Nebenwirkungen führen. Auch die postoperative Behandlungsdauer kann durch sie vermindert werden. Die elektrische Akupunktur besticht durch minimale Invasivität und ein seltenes Auftreten von Nebenwirkungen. Trotz hoher medizinischer Standards, beschäftigt sich leider bis heute nur ein Bruchteil der Wissenschaftler mit der alternativen Schmerztherapie.

 

Video zu P-STIM:

 

 

Elena Schrödl